Neustadt

Geschichte hörbar erleben

Neustadt profitierte schon im Mittelalter von seiner Lage an der bedeutenden Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig. In der Neuzeit entwickelte sich die malerische Stadt zu Füßen des Muppbergs dann zum Zentrum der deutschen Puppenindustrie.

An die unmittelbare Nachbarschaft zur innerdeutschen Grenze erinnert heute die Bildungsstätte Innerdeutsche Grenze in der kultur.werk.stadt: Entlang der ehemaligen Grenzbefestigungen zwischen Liebau und Streufdorf erlebt der Besucher dieses einschneidende Kapitel der deutschen Geschichte an beeindruckenden Originalschauplätzen.

Die Stadt Neustadt (Stationen 1 bis 4) 

Station 1: Neustadter Marktplatz

Bereits im 12. Jahrhundert stand an der Furt über die Röden eine Zollburg – als Ortskern des heutigen Neustadts. Während der folgenden Jahrhunderte wuchs die Stadt beständig durch die Ansiedlung von Handwerkern zwischen Muppberg und Fluss. Der schreckliche Brand von 1839 zerstörte allerdings die Neustadter Altstadt, weshalb Landbaumeister Friedrich Streib schließlich mit der Neuanlage des heutigen Marktes beginnen konnte.

Koordinaten 50°19’38.5″N 11°07’26.9″E

Neustadter MarktplatzNeustadter Marktplatz

Station 2: Museum der Deutschen Spielzeugindustrie

Das Museum der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt bei Coburg widmet sich der faszinierenden Welt der Spielzeugherstellung. Hier steht die mühselige Produktion von Puppen und Stofftieren im Vordergrund, außerdem die Lebens- und Arbeitswelt der vielen unterschiedlichen Handwerker, wie Puppenkopfmaler, Bossierer oder Puppenfriseure, die ihre Neustadter Spielzeugschätze in die ganze Welt lieferten.

Koordinaten 50°19’22.6″N 11°07’15.7″E

Museum der Deutschen SpielzeugindustrieMuseum der Deutschen Spielzeugindustrie

Station 3: Freizeitpark

Der Neustadter Freizeitpark „Villeneuve-sur-Lot“ verdankt seine reizvolle Anlage der „Kleinen Landesgartenschau“ des Jahres 1999 und dem bekannten Landschaftsarchitekten Edgar Tautorat. Schon während der Planung bildeten Nachhaltigkeit und Umweltschutz entscheidende Leitgedanken. Inzwischen gehört zum umfassenden Konzept des Gartens das Angebot attraktiver Freizeitaktivitäten für alle Jahreszeiten: z. B. Beach-Volleyball, Nordic-Walking-Trail, Rodeln, Schlittschuhlaufen oder Inlineskaten… Zusätzlich bietet das Park-Management zahlreiche und vielfältige Veranstaltungen für jede Alters- und Zielgruppe.

Koordinaten 50°19’52.1″N 11°06’41.1″E

Freizeitpark Villeneuve-sur-LotFreizeitpark Villeneuve-sur-Lot

Station 4: Der Muppberg

Stolze 516 m über dem Meeresspiegel ragt der Muppberg als Neustadter „Hausberg“, von dessen Höhe während des späten Mittelalters noch die Ottilienkapelle läutete. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts förderte der Verschönerungsverein Neustadt die Errichtung eines Aussichtsturms auf dem Muppberg: Zu Ehren von Ernst von Hohenlohe-Langenburg, der damals das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha regierte, konnte der Prinzregententurm am 4. Juni 1905 eingeweiht werden.

Koordinaten 50°19’32.1″N 11°08’25.0″E

MuppbergMuppberg

Grenzlandwanderung (Stationen 5 bis 12) 

Station 5: Die „Bildungsstätte Innerdeutsche Grenze“

Die kultur.werk.stadt in der ehemaligen Druckerei Patzschke bewährt sich als zeitgemäße Begegnungsstätte für engagierte Menschen aller Generationen.
Die Angebotsschwerpunkte liegen hier im Bereich Bildung, Kunst und Kreativität.
Ein zentrales Element der kultur.werk.stadt stellt die Bildungsstätte Innerdeutsche Grenze dar: Diese multimedial konzipierte Dauerausstellung bietet Besuchern jeden Alters anschauliche und umfassende Informationen. Spezielle Grenzlandtouren runden dieses Angebot ab: Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze kann der Besucher vom Startpunkt Neustadt ausgehend die historischen Originalstätten direkt erleben und vor Ort mittels Audio- und Videodateien informative Erläuterungen zu den jeweils besuchten Punkten abrufen.
Bildungsstätte Innerdeutsche GrenzeBildungsstätte Innerdeutsche Grenze

Station 6: Dorfstelle Liebau

Zu den Dramen der innerdeutschen Grenzgeschichte zählt auch die Schleifung des Dörfchens Liebau, das lange Zeit zum Gericht Neustadt gehört hatte. Erst 1826 wurde das Rittergut Liebau Sachsen-Meiningen zugeschlagen; doch die engen persönlichen und geschäftlichen Verbindungen zwischen Liebau und Neustadt blieben weiter erhalten. Die Befestigung der amerikanisch-sowjetischen Zonengrenze besiegelte allerdings das Schicksal des Dorfes: Im Jahr 1975 wurde Liebau bis auf die Fundamente niedergerissen.
Dorfstelle LiebauDorfstelle Liebau

Station 7: Bergmühle

Seit dem Mittelalter klapperten im Coburger Land zahllose Mühlen; um 1704 richtete sich auch Müller Georg Walther eine Schneid-Mühle am Flüsschen Steinach ein. Wenige Jahre später verlegte er seinen Betrieb etwas weiter flussabwärts und installierte hier ein mechanisches Hammerwerk.
Nach dem 2. Weltkrieg begann die junge DDR planmäßig mit der Abschottung der sogenannten Zonengrenze und ließ schon im August 1961 die geschichtsträchtige Bergmühle von der Landkarte radieren.
Bergmühle NeustadtBergmühle Neustadt

Station 8: Die Gebrannte Brücke

Der Schlagbaum an der „Gebrannten Brücke“ markierte jahrzehntelang die Grenze zwischen Bunderepublik und DDR. Am 1. Juli 1990 wurde die Gebrannte Brücke endlich zur Bühne eines lang ersehnten historischen Ereignisses: Die Innenminister der beiden deutschen Staaten – Wolfgang Schäuble und Peter-Michael Diestel – besiegelten durch ihre Unterschriften den Vertrag zur endgültigen Abschaffung der Grenzkontrollen an der innerdeutschen Grenze.

Koordinaten 50°20’18.6″N 11°08’42.8″E

Gebrannte BrückeGebrannte Brücke

Station 9: Die Friedenskirche in Wildenheid

Erst nach dem 2. Weltkrieg erhielten Wildenheid und Meilschnitz ihre eigene Kirche, als die neue atomare Bedrohung des Ost-West-Konflikts schon deutlich spürbar wurde. Damals bemühten sich amerikanische Christen um ein spektakuläres Friedensprojekt von hoher Symbolkraft. Im Zuge des „Wooden Church Crusade“ sollten Holzkirchen an der innerdeutschen Grenze gebaut werden; als Siedlung direkt an der Grenze gelegen kam auch Wildenheid für eine dieser Wooden Churches in Frage. Nach gerade einmal elf Monaten Bauzeit wurde die Friedenskirche am 16. Oktober 1955 feierlich geweiht.

Koordinaten 50°20’51.2″N 11°07’33.6″E

Friedenskirche WildenheidFriedenskirche Wildenheid

Station 10: Görsdorf

Nach 1952 hatte die DDR ihre Grenze zur Bundesrepublik schwer befestigt: An nur wenigen Orten lässt sich die Stimmung dieser künstlichen Abschottung so beklemmend nachvollziehen wie am Grenz-Denkmal Görsdorf im Landkreis Sonneberg: Um Fluchtgedanken der Bewohner in die direkt an den Ort angrenzende Westzone zu ersticken, hatte die SED-Regierung hier einen 3,5 m hohen Betonwall errichten lassen.
Als Mahnmal für den Frieden wurde auch nach der Wende ein Stück der furchterregenden Grenzbefestigung im Original erhalten.

Koordinaten 50°22’42.3″N 10°57’35.9″E

GörsdorfGörsdorf

Station 11: Grenzübergang Rottenbach-Eisfeld

Bundeskanzler Willy Brandt ebnete durch seine sensible „Neue Ostpolitik“ ab 1969 den Weg zu einer behutsamen Annäherung der beiden deutschen Staaten. Ein greifbares Ergebnis war der Verkehrsvertrag von 1972 und die Öffnung des Grenzübergangs Rottenbach-Eisfeld im Jahr 1973.
An die Zeit der deutschen Spaltung erinnert hier die „Gedenkstätte Grenzturm. Innerdeutsche Grenze – Grenzübergangsstelle Eisfeld-Rottenbach“.
Grenzübergang Rottenbach-EisfeldGrenzübergang Rottenbach-Eisfeld
© Rainer Brabec, contactdesign.de

Station 12: Friedensmuseum Meeder

Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges begannen viele Gemeinden im Coburger Land, Friedensfeste zu feiern. Diese in Meeder sorgfältig gepflegte Tradition gab in der Kirchengemeinde St. Laurentius schon 1982 den Anstoß zur Gründung des Friedensmuseums. Mit eindrucksvollen Ausstellungsstücken gelingt dem Museum ein bewegendes Bild gerade der jüngeren Friedensgeschichte. Eine eigene Sonderausstellung ist hier der Coburger Friedensaktivistin Anna B. Eckstein gewidmet.

Koordinaten 50°19’19.6″N 10°54’22.2″E

 Friedensmuseum Meeder Friedensmuseum Meeder
© www.friedensmuseum-meeder.de

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